Nach erfolgter Abschichtung reicht zur Grundbuchkorrektur der Erbschein

Die Voreintragung aller Erben ist nicht notwendig.

Im vorliegenden Fall ließ eine Erbengemeinschaft ihre Unterschriften unter einer Abschichtungserklärung beglaubigen, nach der alle Erben bis auf einen gegen die Zahlung eines Geldbetrages aus der Erbengemeinschaft ausscheiden sollten. Die Beteiligten beantragten daraufhin beim Grundbuchamt, dass der verbleibende Miterbe als alleiniger Nachlasserbe in das Grundbuch eingetragen werden sollte. Nach der Auffassung des Grundbuchamts sei dafür jedoch ein Erbschein sowie eine Voreintragung der Erbengemeinschaft notwendig.

Der verbleibende Erbe legte daraufhin Beschwerde beim Oberlandesgericht München ein. Dieses kam zu der Überzeugung, dass zum Nachweis des Erbrechts lediglich ein Erbschein, nicht jedoch eine Voreintragung der Erbengemeinschaft notwendig sei.
 
OLG München, Urteil OLG Muenchen 34 Wx 13 18 vom 09.04.2018
Normen: GBO § 15 Abs. 3, §§ 29, 35, 39, 40
[bns]
 
kame-gesc 2020-10-20 wid-241 drtm-bns 2020-10-20